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Entwicklung der Tischdeko im Mittelalter


So wie das Mittelalter, mit dem wir vor allem das europäische Mittelalter zwischen ca. 590 und 1460 n.Chr. meinen, in den meisten Teilen der Welt aus viel Licht und Dunkel besteht, so entwickelt sich auch die Geschichte der Tischdeko zur Hochzeit stark unterschiedlich.

Während zu Beginn des Mittelalters auf Tischdekorationen in der Regel verzichtet wird (bis auf wenige verzierte Gegenstände, die aber eigentlich mehr zur Benutzung durch die Gäste gedacht sind), so entwickelt sich in späterer Zeit das Essen selbst immer mehr zur Dekoration.

Tischdeko zur Hochzeit im Mittelalter und mehr

Die Tischdeko zur Hochzeit im Mittelalter ist ähnlich düster und dunkel wie die Epoche selbst. Tischdekorationen beziehen sich mehr auf das Essen selbst als auf einen gedeckten Tisch

Das Mittelalter. Die Tischdeko zur Hochzeit im Mittelalter ist ähnlich düster und dunkel wie die Epoche selbst. Tischdekorationen beziehen sich mehr auf das Essen selbst als auf einen gedeckten Tisch


Zum auslaufenden 15. Jahrhundert hin, entwickelt sich das Herrichten der Speisen zu dekorativen Kunstwerken zu einer eigenen Form von Tischdeko zur Hochzeit.
Dabei spielt das Aussehen der Speisen eine mindestens genauso große Rolle, wie ihr Geschmack.
In einigen Fällen werden Gerichte auch nur deshalb serviert, weil sie gut aussehen oder weil sie den Wohlstand der Brautfamilie (denn diese richtet die Hochzeit aus) repräsentiert.
Für unseren heutigen Geschmack wären diese Speisen im günstigsten Fall ungewöhnlich, in jedem Fall aber zu stark gewürzt, schwer verdaulich und meistens viel zu süß.

Beispielsweise werden dem Geflügel nach der Zubereitung die vorher sorgsam auszupften Federn und der abgetrennte Kopf wieder eingesteckt oder mit Zuckerguss festgeklebt.
Der Kopf des Vogels wird mit mit Zucker steif geschlagenem Eischaum verziert um dem Gesicht einen Ausdruck zu geben.
Man überzieht ein im Ganzen gebratenes Schwein mit einer dicken Glasur aus Zucker oder Honig, damit es schön glänzt und spickt oder belegt es kunstvoll mit verschiedenem Obst, Gebäck und Zuckerschaum.
Auch kleineres Wild und sogar ganze Hirsche werden ähnlich zubereitet und mit Kopf und Geweih serviert.

Bestecke und Tischgeschirr finden in unterschiedlichem Umfang Verwendung. Meist beschränkt sich diese auf ein Messer, einen Löffel, einen einfachen Keramikteller (manchmal auch Zinn oder auch Silber) und einen Becher oder Trinkpokal. An wohlhabenden Fürstenhöfen werden einige dieser Gegenstände extra für die Tischdeko zur Hochzeit hergestellt.

Im mittelalterlichen Japan findet während des Muromachi-Shogunats die Japanische Kunstform des Ikebana Einzug in de Tischdeko zur Hochzeit. Sie entwickelte sich im 6. Jahrundert n.Chr.als rituelles Blumenopfer in buddhistischen Tempeln und findet im 15. Jahrhundert auch den Einzug in den häuslichen Bereich, speziell bei großen Festlichkeiten.

Während dieser Zeit wird Ikebana so vereinfacht, dass Menschen aller Klassen diese Kunst genießen können.
Dabei wird das Kunstwerk, das als Tischdeko zur Hochzeit dient, immer in seiner Gänze betrachtet und im Verhältnis zum Gefäß, der Pflanze und der Blüte gesehen.

Alle Materialien haben in Ihrer Verwendung und Zusammenstellung auch eine symbolische Bedeutung und stehen für verschiedene Aspekte der Natur oder des Lebens.
Bei den komplizierten Riten einer japanischen Hochzeit gilt es auch als unbedingt notwendig, daß die kleinen Blumenkunstwerke, die die Tische des Hochzeitspaares und die der Gäste zieren sollen, genauestens geplant werden. Eine Abweichung oder eine ungünstige Zusammenstellung gölte als schlechtes Zeichen für die Ehe.

Bis heute hat sich wenig an der klassich-zeitlosen Kunst des Ikebana oder dessen Bedeutung geändert.